HINTERGRUND

 

Ein Drittel aller Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, sind Kinder und Jugendliche.

Sie verlassen ihre Heimat mit ihren Familien, lassen Haus und vertraute Umgebung zurück, ihre Freunde, ihre Traditionen, und begeben sich auf die Reise ins Unbekannte.

 

Das Unbekannte heißt nun Leben auf engstem Raum, warten, hoffen. Sie sind in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen und nicht verstehen (ungeachtet der vielen Sprachen auf die sie in ihrer Umgebung stoßen), konfrontiert mit Regeln und Bräuchen, die ihnen fremd sind.

Oft ziehen sie sich in den engsten Kreis der Familie 

(wenn diese in Deutschland ist) als vertraute Umgebung zurück. Unbegleitete geflüchtete Jugendliche leiden wiederum unter ihren traumatischen Erlebnissen und Heimweh. 

 

In den Unterkünften leben alle unter engsten räumlichen Verhältnissen. Gerade Kinder und Jugendliche leiden unter großem Platz- und Bewegungsmangel. Kein Platz für Kindsein!

Dort möchte das Projekt "Grenzen-los-tanzen" ansetzen.

 

Tanz verbindet jenseits der Sprache, macht Kontakt und Kommunikation möglich. 

Tanz schafft Räume, die persönliche und soziale Identifikation erlauben. 

Jenseits davon, dass Musik und Tanz Möglichkeiten geben, Erlebtes zu verarbeiten, bringen sie Freude und schaffen Raum mit anderen im Zweifelsfall auch ohne Worte in Austausch zu kommen, auszuprobieren, zu spielen. Tanz wird dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder gerecht.

 



AKTUELLE PROJEKTE

 

Dank der Spenden (Online-Plattform betterplace.org) und andereren Unterstützer*innen bestehen die Projekte in der GU Hoffmannstraße nun seit September 2015.

In der Großunterkunft Hofmannstraße/Siemensallee wohnen ca. 800 Geflüchtete. Seit zwei Jahren besuchen Tanzkünstler*innen zweimal wöchentlich die Unterkunft, um in verschiedenen Gruppen mit Kindern zu tanzen. 

Die Einteilung der Gruppen macht es möglich, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einzugehen:

 

Kindergartenkinder

Grundschulkinder (Mädchen)

Grundschulkinder (Jungen)

Jugendliche Mädchen

 

Zum Ende des Schuljahres gibt es ein Sommerfest, das die Eltern und Bewohner*innen der Unterkunft dazu einlädt, Ergebnisse aus den Tanzprojekten in Form einer kleinen Präsentation zu sehen. Das Haus stellt Getränke und einzelne Mütter bringen traditionelles Fingerfood aus ihrer Heimat. So entsteht für alle Bewohner*innen ein kleines "come together" und die Kinder können mit Stolz Eigenes präsentieren.

 

Inzwischen sind die Projekte der Unterkunft auch außerhalb sichtbar geworden. 

Mit Unterstützung der Stadt war es uns möglich, für die Kinder ein Tanzstück mit zwei Tänzerinnen einzuladen, mit anschließenden Workshops für alle Kinder zum Thema Freundschaft. Diese Veranstaltung wurde getragen vom Kulturreferat.

Die Gruppe der jugendlichen Mädchen war auch Teil eines Jungen Abends im Kulturzentrum Gasteig, wo sie mit weiteren drei Jugend-Ensembles ein Tanzstück vor einer keinen Öffentlichkeit gezeigt haben.

 

Erreicht werden wöchentlich zwischen 15 und 30 Kinder und Jugendliche zwischen

2 Jahren und 17 Jahren. Erste Kinder haben mit ihren Familien inzwischen die Unterkunft verlassen und kommen doch weiterhin zum Tanzen in die GU.

 

Sämtliche Projekte werden durch ein multiprofessionelles Team aus 4-5 erfahrende Kolleg*innen geleitet. Zudem werden sie seit Herbst 2018 von zwei Männern mit Fluchthintergrund unterstützt.Das Projekt an der GU Hofmannstr. wird durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München ermöglicht und mit Spenden aus der Plattform betterplace.org unterstützt.

 

 

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In der Flüchtlingsunterkunft an der Funkkaserne arbeiten wöchentlich 3 erfahrenen Kolleg*innen mit ca. 5-12 Kindern und Jugendlichen. 

Das Projekt wird ermöglicht durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und das Referat für Gesundheit und Umwelt München.